Die Geschichte unserer Kapelle

1925 besuchten die beiden Dodenauer Hornisten Heinrich Weiß und Otto Klein die Proben der Blaskapelle im nachbarort Elsoff. Die Männer hatten sich zwei Trompeten gekauft. Eigentliche Aufgabe der Hornisten war es damals, bei einem Brand die Bevölkerung und die Feuerwehr mit einem Signalhorn zu alarmieren.
Eines Tages brachten die beiden Musikanten nicht die Signalhörner, sondern ihre Trompeten zur Feuerwehrübung mit. Nach der Übung marschierten sie mit der Einsatztruppe voran mit Musik in die nächste Kneipe. Das gefiel dem Vorstand so gut, daß er Weiß beauftragte, eine Feuerwehrkapelle zu gründen. In der Generalversammlung im April 1926 wird es dann offiziell:

Die Feuerwehrkapelle Dodenau ist geboren.

Noch im gleichen Jahr kauft die Kapelle die ersten vier Instrumente im sächsischen Klingenthal: eine Tuba, zwei Trompeten und ein Es-Horn. Mit diesen und privaten Instrumenten begannen die Proben unter Heinrich Weiß' Leitung.

Die Kapelle bestand damals aus folgenden Musikern:

Willi Rudolph Trompete
Heinrich Weiß Trompete
Otto Klein Trompete
Ernst Hasig Trompete
Jakob Reitz Tuba
Ludwig Schäfer Klarinette
Heinrich Dönch Tenorhorn
Otto Schneider Tenorhorn
Hermann Pitz Es-Horn/Trompete
Richard Feisel Es-Horn/Klarinette
Adolf Kinkel Pauke

Bereits 1927 untermalten die Musiker eine Feier an Himmelfahrt und Feuerwehrübungen. Der erste wirklich öffentliche Auftritt folgte dann bei der Einweihung des erweiterten Friedhofs.
Auch das erste Fest ließ nicht lange auf sich warten: 1928 umrahmte die Kapelle die Bezirksversammlung der Feuerwehren (21. bis 23. Juli). Unsere Musiker gestalteten den Fackelzug, Kommers, Frühschoppen, Festzug und Tanz. In den folgenden Jahren schlossen sich die bis heute erhaltenen Aktivitäten an: Pfingstblasen, Eierbacken, Feste in anderen Orten, Teilnahme an Beerdigungen verstorbener Feuerwehrmitglieder und einiges mehr. Der erste Auftritt außerhalb Dodenaus war auf dem Feuerwehrverbandstag in Biedenkopf 1932, außerdem der Festzug in Rennertehausen 1933.
Dann kam das "Dritte Reich", dessen durchgreifenden Veränderungen sich auch auf Vereinsebene bemerkbar machten. Nach dem Zusammenbruch der Hiltler-Diktatur1945 begann auch für die Kapelle ein neues Zeitalter. 1946 wechselte die besetzung der Signalhörner auf Otto Klein jun., Alfred Weiß und Paul Adler. Den regelmäßigen Spielbetrieb nehmen die Musiker wieder auf. Übungsstunden finden bei verschiedenen Mitgliedern wie Emil Glöser, Alfred Weiß und Erich Klein sowie in den Gastwirtschaften Reitz und Glöser statt. Einen eigenen Übungsraum gab es nicht.
Beim 25-jährigen Bestehen der Feuerwehr 1947 dirigierte Jakob Reitz die Kapelle. 1949 wechselte die musikalische Leitung erneut: Der Frankenberger Kurt Schlabe übernahm Taktstock und Ausbildung für zwei Jahre. Unter ihm spielte spielte die Kapelle zu Himmelfahrt und Pfingsten, beim damals schon traditionellen Eierbacken und sogar zu einem Karnevalsumzug in Battenberg.
1951 übergab Schlabe den Dirigentenstab an Alfred Weiß. Unter seiner Leitung spielte die Kapelle 1951 erstmals auf dem damals zwei Jahre alten Dodenauer Maifest.
Bewegende Anlässe in der Vereinsgeschichte waren die Rückkehr von Kriegsgefangenen zwischen 1949 und 1953, die kapelle und Spielmannszug am Dorfeingang empfingen und in den Ort geleiteten.
Nach Ende des 2. Weltkrieges kam zu den "normalen" Auftritten auch noch der Volkstrauertag hinzu, den die Kapelle bis heute in Dodenau und Elsoff musikalisch umrahmt. Weitere Auftritte: Ständchen zu Geburtstagen, Hochzeiten und Ehejubiläen, meist gemeinsam mit dem Spielmannszug.
Damit die Kameradschaft nicht zu kurz kam, unternahmen die Musiker ab 1952 unregelmäßige Ausflüge samt Anhang, teilweise über mehrere Tage. 1952 ging's nach Kassel, 1970 nach Frankfurt, 1978 dann mehrere Tage nach Cuxhaven, wo die Kapelle im Kurpark gar ein Kurkonzert gestaltete. 1985 fuhr die Kapelle ins österreichische Sölden, und auch hier kamen mehrere spontane Konzerte zustande.
Weitere einwöchige Fahrtziele war 1991 Norderney und 1995 der Bayerische Wald. Es war schon immer schwierig, gute Termine für die Fahrt zu finden, das hat sich noch verschlechtert, weil einige Musiker beisbielsweise im Sinfonischen Blasorchester Hessen aktiv sind, das auch mehrtägige Probephasen veranstaltet. Mit der Europeade ist aber wohl ein gleichwertiger Ersatz gefunden, der die wichtigsten Ziele erfüllt: Die Kameradschaft fördern, dabei was von der Welt sehen und viele neue Kontakte knüpfen.
Durch diese Aktivitäten trug die Kapelle den Namen Dodenaus und seiner Feuerwehr weit über die Kreis- und gar Landesgrenzen hinaus.


Trotz des hohen musikalischen Niveuas und der häufigen Konzertauftritte traute sich die Kapelle bis Anfang der 80er Jahre die Teilnahme an Wertungsspielen nicht zu. "Wir glaubten, im Vergleich zu anderen Musikzügen nicht gut genug zu sein", denkt Vorsitzender Harald Rudolph zurück. 1982 überwanden wir unsere Scheu, nahmen am Kreiswertungsspielen in Rhoden (bei Diemelstadt) teil - und belegten prompt den ersten Platz. Zahlreiche Wettbewerbe auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene folgten, die wir erfolgreich für uns entschieden.
Höhepunkt war wohl das Landewertungsspielen am 26. Mai in Großen-Linden, wo unsere Feuerwehrkapelle im Wettbewerb der besten Musikzüge Hessens die zweithöchste Tagesnote erreichte.
Seit dem Jahr 1999 nahm die Feuerwehrkapelle fast jedes Jahr an der Europade teil, dem größten Folklorefest Europas.
Im Jahr 2001 wurde das 75-jährige Bestehen mit einem Festabend gefeiert.

Alfred Weiß gab 2003 den Taktstock an Bernd Specht ab. Seit August 2009 ist Mark Adel Dirigent der Feuerwehrkapelle.